Baumkataster: was es ist, ob es Pflicht ist, was es enthält
Ein Baumkataster ist das Verzeichnis aller Bäume eines Eigentümers, mit Standort, Stammdaten, Kontrollen und Maßnahmen pro Baum. Ein Gesetz, das es vorschreibt, gibt es nicht. Es ist aber der praktische Weg, die Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen und nachzuweisen.
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Was ein Baumkataster ist
Ein Baumkataster ist das Verzeichnis aller Bäume, für die ein Eigentümer verantwortlich ist: jeder Baum mit Standort, Stammdaten, Zustand, Kontrollen und Maßnahmen. Kommunen führen es für Straßen-, Park- und Friedhofsbäume, Wohnungsunternehmen, Kliniken, Hochschulen und Kirchen für die Bäume auf ihren Liegenschaften. Heute ist es fast immer digital und mit einer Karte verbunden.
Ein Baumkataster ist mehr als eine Inventarliste. Es ist das Gedächtnis der Baumkontrolle. Die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) beschreibt in ihrem Leitfaden Baumkataster, dass Kommunen ihre Baumdaten und Kontrollen seit den 1980er-Jahren in digitalen Katastern dokumentieren, um verlässlich sagen zu können, wie viele Bäume zu pflegen sind, wo sie stehen, in welchem Zustand sie sind und ob sie verkehrssicher sind.
Wenn Sie ein Kataster neu aufbauen wollen, lesen Sie die Anleitung Baumkataster erstellen. Dieser Artikel klärt die Fragen davor: ob Sie eines führen müssen, was hineingehört, wer es nutzt und woran Sie ein gutes erkennen.
Ist ein Baumkataster Pflicht
Kein Gesetz schreibt einer Kommune vor, ein Baumkataster zu führen. Das Wort kommt weder im BGB noch in den Straßengesetzen der Länder vor. Die Pflicht, um die es geht, ist eine andere: die Verkehrssicherungspflicht. Wer für Bäume verantwortlich ist, muss sie regelmäßig kontrollieren und bei Anzeichen einer Gefahr handeln.
Daraus folgt das Kataster mittelbar. Die Baumkontrollrichtlinien der FLL verlangen, dass die Ergebnisse aller Baumkontrollen dokumentiert und wo nötig mit früheren Kontrollen verglichen werden. Und nach einem Schaden müssen Sie belegen können, wann ein bestimmter Baum kontrolliert wurde, von wem und mit welchem Ergebnis. Bei einigen hundert oder vielen tausend Bäumen gelingt das nur mit einem Verzeichnis, das jeden Baum eindeutig kennt.
Was in ein Baumkataster gehört
Die Inhalte lassen sich in vier Gruppen ordnen. Welche Felder Sie im Einzelnen führen, hängt von Ihrer Kontrollmethode und Ihren Auswertungen ab.
- Identität und Standort
- Eine eindeutige Baumnummer und die Koordinaten. Dazu Straße, Anlage oder Flurstück und wer für den Baum zuständig ist.
- Stammdaten
- Baumart, Pflanzjahr oder Altersschätzung, Höhe, Stammumfang oder Stammdurchmesser, Kronendurchmesser, Entwicklungsphase.
- Kontrolldaten
- Jede Baumkontrolle mit Datum, Person und Ergebnis: Vitalität, Feststellungen je Teil des Baums, Verkehrssicherheit, das nächste Kontrollintervall.
- Maßnahmen
- Empfohlene Maßnahmen mit Dringlichkeit, eingehende Untersuchungen, und der Nachweis, wann was ausgeführt wurde. Dazu Fotos.
Die ersten beiden Gruppen ändern sich selten, die letzten beiden mit jeder Runde. Ein Kataster, das nur den aktuellen Stand kennt, reicht deshalb nicht. Sie brauchen auch den Stand von vor drei Jahren, denn danach wird nach einem Schaden gefragt. IDA Bomen bewahrt zu jedem Wert die Quelle, die Person, das Datum und den vorherigen Wert auf.

Wer das Baumkataster nutzt
Ein Kataster lohnt sich, weil mehrere Aufgaben auf denselben Daten beruhen:
- Baumkontrolle. Welche Bäume sind in diesem Jahr an der Reihe, welche Runde ist erledigt, welche Befunde sind offen. Mehr dazu in Baumkontrolle nach FLL.
- Baumpflege. Aus den empfohlenen Maßnahmen wird ein Auftrag an den Bauhof oder ein Leistungsverzeichnis für die Vergabe.
- Haushalt. Wie viele Bäume welcher Größe zu pflegen sind, ist die Grundlage jeder Kostenschätzung.
- Auskunft nach Schäden. Nach einem Astbruch oder einem Sturmschaden fragt der Kommunalversicherer nach der Historie des Baums.
- Planung und Politik. Altersaufbau, Artenvielfalt, Ersatzpflanzungen, Auskünfte an Rat und Bürger.
Digitales Baumkataster, Excel oder Papier
Viele Kataster haben als Liste begonnen. Bei Bäumen kommt eine Liste früh an Grenzen, weil zu jedem Baum ein Ort und eine Geschichte gehören.
| Aufgabe | Papier oder Excel | Digitales Baumkataster |
|---|---|---|
| Baum im Gelände wiederfinden | Über Straße und Hausnummer | Punkt auf der Karte |
| Frühere Kontrollen einsehen | Alte Dateien und Ordner | Historie beim Baum |
| Wer hat was wann eingetragen | — | Ja |
| Erfassung im Feld | Abschreiben im Büro | Direkt auf dem Telefon |
| Dienstleister einbinden | Dateien hin und her | Zugang pro Auftrag |
| Offene Maßnahmen im Blick | Von Hand filtern | Auf Karte und Dashboard |
| Fällige Kontrollen erkennen | Datumsspalte durchgehen | Fällige Bäume auf einen Blick |
Wann sich der Umstieg aus einer Tabelle lohnt, steht ausführlich in Baumkataster in Excel oder in IDA. Wer sein Kataster im GIS führt, findet den Vergleich in Baumkataster in QGIS oder ArcGIS.
Koordinaten: ETRS89 und UTM
Ein Baumkataster steht und fällt mit dem Standort. In Deutschland ist ETRS89 mit UTM-Abbildung das amtliche Lagebezugssystem. Die Vermessungsverwaltungen der Länder haben es nach und nach eingeführt und damit die älteren Gauß-Krüger-Koordinaten abgelöst. Je nach Lage liegt Ihr Gebiet in UTM-Zone 32 oder 33.
Für Ihr Kataster heißt das zweierlei. Ältere Bestände liegen oft noch in Gauß-Krüger vor und müssen bei einer Übernahme sauber umgerechnet werden. IDA übernimmt Ihren Bestand, auch in ETRS89/UTM oder Gauß-Krüger. Und wer neu erfasst, sollte wissen, wie genau die Position sein muss: Für die Kontrolle genügt, dass der Baum im Gelände eindeutig wiederzufinden ist. Klären Sie mit Ihrem Vermessungs- oder GIS-Amt, in welchem System Ihre übrigen Fachdaten geführt werden, damit das Kataster dazu passt.
Was Sie von einer Baumkataster-Software verlangen sollten
- Karte als Einstieg
- Jeder Baum ist ein Punkt, den Sie anklicken, filtern und einfärben können, mit Luftbildern und Karten für Deutschland als Hintergrund.
- Historie
- Jeder Wert behält Quelle, Person und Datum. Frühere Werte bleiben sichtbar.
- Fällige Kontrollen
- Sie sehen, welche Bäume zur Kontrolle fällig sind, ohne Listen abzugleichen.
- Ihr eigenes Formular
- Das Formular der Baumkontrolle lässt sich an Ihre Dienstanweisung anpassen, statt dass Sie sich dem Programm anpassen.
- Feldarbeit
- Kontrolleure erfassen vor Ort auf Telefon oder Tablet, mit Fotos. Ein Dienstleister sieht nur seinen Auftrag.
- Freigabe
- Neue Bäume und Abweichungen vom Bestand prüfen Sie, bevor sie im Kataster stehen.
- Export und API
- Export in gängige GIS- und Excel-Formate, eine Schnittstelle zu Ihren eigenen Systemen, und pro Baum ein Dokument für die Akte.
- Vertrag und Datenschutz
- Ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach DSGVO und ein deutscher Vertrag. Beides erhalten Sie bei IDA.
Eine ausführliche Einordnung steht in Baumkataster-Software: was sie ist und worauf Sie achten.
Ihr Baumkataster in IDA Bomen
IDA ist eine Software für das Baummanagement, entwickelt in den Niederlanden und gebaut um die Karte. Jeder Baum steht auf der Karte, mit Luftbildern und Karten für Deutschland als Hintergrund. Jeder Wert trägt Quelle, Person und Datum, und der vorherige Wert bleibt in der Historie. Sie sehen, welche Bäume zur Kontrolle fällig sind, und legen Kontrollen und Pflegearbeiten als Projekte an. Die Formulare für Ihre Baumkontrolle sind nach Ihrer Methode aufgebaut, zum Beispiel nach den FLL-Baumkontrollrichtlinien.
Im Feld wird in einer Web-App auf dem Telefon gearbeitet, mit Fotos. Dienstleister erhalten Zugang pro Projekt. Neue Bäume und Abweichungen geben Sie frei, bevor sie ins Kataster kommen. Die Zeitleiste eines Baums exportieren Sie als PDF, den Bestand in gängige GIS- und Excel-Formate, und über eine API verbinden Sie IDA mit Ihren eigenen Systemen.
Den Anfang macht IDA für Sie: Was Sie auch haben, eine Liste, einen Export aus Ihrem bisherigen System oder Daten aus dem GIS, wir können damit arbeiten und übernehmen Ihren Bestand, auch in ETRS89/UTM oder Gauß-Krüger. Die Formulare richten wir beim Onboarding mit Ihnen ein, Oberfläche und Formulare erhalten Sie auf Deutsch.
Häufige Fragen
Ein Gesetz, das ein Baumkataster vorschreibt, gibt es nicht. Verpflichtend ist die Verkehrssicherungspflicht: Bäume müssen regelmäßig kontrolliert werden, und die Kontrollen müssen sich nachweisen lassen. Die FLL-Baumkontrollrichtlinien verlangen, dass alle Ergebnisse dokumentiert werden. Ein Baumkataster ist die übliche Form, das für einen ganzen Bestand zu leisten.
Zu jedem Baum gehören eine eindeutige Nummer und der Standort, die Stammdaten wie Baumart, Alter, Höhe und Stammumfang, alle Kontrollen mit Datum, Person und Ergebnis und die Maßnahmen mit Dringlichkeit und Ausführung. Wichtig ist die Historie: Frühere Werte dürfen nicht überschrieben werden. Fotos machen Befunde nachvollziehbar.
Die Baumkontrolle ist die Tätigkeit: Eine qualifizierte Person beurteilt den Baum auf seine Verkehrssicherheit. Das Baumkataster ist das Verzeichnis, in dem die Bäume und die Ergebnisse aller Kontrollen stehen. Ohne Kataster wissen Sie nicht, welche Bäume zu kontrollieren sind, und ohne Kontrollen ist das Kataster nur eine Inventarliste.
Eine Tabelle kann Bäume auflisten, aber sie kennt weder den Ort auf der Karte noch die Geschichte eines Werts. Sobald mehrere Personen erfassen, ein Dienstleister beteiligt ist oder nach einem Schaden die Historie eines Baums gefragt ist, kommt sie an ihre Grenzen. IDA Bomen führt jeden Baum auf der Karte und bewahrt zu jedem Wert Quelle, Person und Datum auf.
Das amtliche Lagebezugssystem in Deutschland ist ETRS89 mit UTM-Abbildung, je nach Lage in Zone 32 oder 33. Ältere Baumkataster liegen oft noch in Gauß-Krüger-Koordinaten vor und müssen bei einer Übernahme umgerechnet werden. Stimmen Sie das System mit Ihrem Vermessungs- oder GIS-Amt ab. IDA Bomen übernimmt Ihren Bestand, auch in ETRS89/UTM oder Gauß-Krüger.
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